Ein Appell an die Presseagenturen/Medien nicht nur in Bezug auf die @Piratenpartei

Nachdem sich diesesmal der  Spiegel im Bezug auf die Tauss-Berichterstattung ein Glanzstück journalistischer Arbeit geleistet hat, möchte ich an alle Presseagenturen (dpa, ddp, reuters, usw) und im weitesten Sinne alle Journalisten folgende Worte richten:

Die ehrliche, sachliche und informative Unterrichtung eurer Nachrichten-Nutzer ist laut Pressekodex eure Pflicht!

Die Berichterstattung über Themen des aufkommenden Informationszeitalters entscheidet über die Zukunft, nicht nur eurer eigenen Arbeitsplätze, sondern die des gesamten Landes! Das heisst nicht, das ich hier um die aktive Berichterstattung einer Piratenpartei betteln möchte, sondern ich bitte euch inständig, die technischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Medienwandels zu begreifen und mitzuteilen! Es ist eure journalistische Pflicht, Aufklärung zu betreiben und nicht eine offline Welt noch mehr zu verunsichern! Natürlich gibt es diverse Dinge , die Redaktionen wirtschaftlich betreffen, aber leitet man dadurch die Diskreditierung vieler einzelner Personen, Gruppen und dem Internet allgemein ab?

In eurem Sinne als redaktionsferner Beobachter bitte ich euch, progressiv die neuen Möglichkeiten einer besseren Demokratie und Politik zu beschreiben und die aktuellen eklatanten Versäumnisse und Fehlentwicklungen nachhaltig anzuprangern. Es hat auch nicht unbedingt etwas mit einer Piratenpartei zu tun, sie ist nur ein kleiner Teil des Themas, sondern mit der Förderung der Innovation in ALLEN politischen Parteien und gesellschaftlichen Bereichen! Ein Schuss Berufsethik , ähnlich dem Bankenwesen mit Wirtschaftsethik, würde manche Dinge nicht derart verlangsamen und in ein falsches Licht stellen. Dies schadet uns allen!

Das Grundgesetz gibt euch Freiheit eure Arbeit unabhängig und zensurfrei zu tun, dieses wird aber bereits seit Jahren stark angegriffen.

Die Begründung warum die vierte Macht im Staat gerade von den post-industriellen einkanaligen Massenmedien hin zu einer interaktionellen Kommunikationsform a.k.a (also known as) Internet geht ist simpel: Evolution. Dies ist nicht mehr reversibel!

Den Vorteil aber, den ihr als ausgebildete Journalisten habt, kann ich als kleiner Blogger nicht so einfach wettmachen. Allein grammatikalisch stoße ich sehr schnell an meine persönlichen Grenzen. Aber nicht nur das , ihr habt die gedankliche Struktur effektiv ein Thema zu bearbeiten und zu begleiten, dies aufzubereiten und Menschen die das nicht können zur Verfügung zu stellen. Noch besser , ihr habt bereits eine bestehende Distributionsstruktur! Dieses Habitat wird auch immer etwas Wert sein! Die Erlösmöglichkeiten zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Redaktionen müssen aber aus der Erkenntnis heraus betrachtet werden, das die Form und die Nutzung des gekauften Wissens sich ändert und ja eventuell gibt es einen Wertverfall im Gegensatz zu früher.

Erlösmodelle wo man exklusive pro- und interaktive Wissensvermittlung mit seinen Lesern (Kunden) betreibt, wären hier ein Ansatz. Sogenannte Exklusiv-Plattformen abseits eines langweilig kopierten Printinhalts in eine pdf-Datei haben nachwievor Chancen und werden von special-interest Netzwerken erkannt und genutzt. Wenn aber keiner von euch sich aufmacht und danach sucht, werden die Folgen hart werden.

Damit man dies verhindert, müsst ihr euch Netzwerke bilden, dies beschreibt bereits der lehrende Journalist der Graduate School of Journalism Jeff Jarvis in diesem Beitrag. Dabei nimmt er auch kein Blatt vor den Mund was in Amerika bereits passiert und Deutschland früher bevorsteht als so manchem lieb ist.

Das staatliche Schutzmonopole und Zölle einen krassen Aufschlag verhindern sollen, ist eine Frechheit gegenüber uns allen! Damit alte morbide Strukturen aufrecht erhalten werden können, soll man so quasi juristisch gegen seine eigenen Leser vorgehen (vgl. Hamburger Erklärung ) ?? Das ist keine Lösung.

Keine Demokratie gedeiht ohne unabhängigen Journalismus.

Das ist ein Zitat aus dieser bettelnden Erklärung. Ich behaupte: Gerade mit staatlichem Eingriffen in eine freie Wissensdistribution gefährdet man die Demokratie. Sie krankt eh schon, aber das schlimmste daran ist, das diese Forderung nur mit einer Totalüberwachung aller Datenströme möglich werden kann – sind euch die Folgen überhaupt klar? Neben einer vorgegaukelten Netzsperreninfrastruktur nur für die Kinder kommen also wirtschaftliche Beweggründe nicht nur der Presse hinzu, die gegen das Grundgesetz arbeiten um ihre alte Struktur zu erhalten.

Das muss in eurem eigenem Sinne aufhören und das schnell!

7 Comments

[...] First Tweet 22 days ago boomel Benedikt Schmidt Highly Influential New blog post: Ein Appell an die Presseagenturen/Medien nicht nur in Bezug auf die @Piratenpartei http://boomel.lhwclan.de/?p=602 view retweet [...]

[...] wir sind, wer uns wählt und welche politische Ausrichtung wir haben. 2009-08-31: Pressefreiheit Boomels Blog » Ein Appell an die Presseagenturen/Medien nicht nur in Bezug auf die @Piratenpartei Ein Appell von Boomel an die Medien, Ihre Pressefreiheit zu nutzen und unabhängig zu berichten. [...]

[...] Aktionen. Auf höchster Ebene geführte Konfrontationen gegenüber Google, aber damit auch dem freien Internet , werden Ängste geschürt vor Dingen, die jede Party-Pic-Community seit Jahren [...]

[...] Unwahrheit proklamieren, verlieren diese ihren Anspruch auf Bildung einer öffentlichen Meinung. Siehe hier. Regierungen unfreier Völker wehren sich gegen diese dritte Macht. Sie nutzen die Schriftsteller [...]

[...] nicht nur aufsatteln auf das thema http://boomel.lhwclan.de/?p=602 #verlage #LSR #Steinkohlesubvention in reply to presseschauer [...]

[...] sich nicht nur die DPA, sondern auch renommierte Medientitanen wie der Spiegel wahrlich nicht mit Ruhm bezüglich der “qualitativen” Berichterstattung bekleckerten, [...]

[...] mir das 2009 bekannt wurde, verfasste ich auch sofort einen Appell an die Verlage und Nachrichtenagenturen, u.a. mit der Aussage: Neben einer vorgegaukelten Netzsperreninfrastruktur nur für die Kinder [...]

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