Samstag,21st August
um 5:16 Uhr
Nachfolgend ein Erklärungsversuch, warum besonders bei der Donaukurier Verlagsgesellschaft sehr viel Anti-google bzw. Anti-Streetview Propaganda betrieben wird.
Die harmlose Variante ist die, dass sich angeblich eine Dame aus dem Umland Ingolstadt´s bei der Zeitung beschwert hatte, da Sie im Morgenmantel die Zeitung aus dem Briefkasten holte und dabei ein Google-Kamerawagen vorbeifuhr.
Das lasse ich jetzt mal so stehen, ob sich ein Verlag wegen einer derartigen Geschichte so in ein Internet-Unternehmen verbeisst, naja…
Aber aus meiner Erfahrung stellen sich die Dinge “etwas” anders dar:
Am 17.06.2009 unterzeichnete der Donaukurier zusammen mit einer Allianz bestehend aus 49 anderen Tageszeitungsverlagen und 99 Magazinen/Zeitschriften die sogenannte “Hamburger Erklärung“.
Die Hamburger Erklärung markiert den Beginn der deutschen Debatte um ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Dies bedeutet, dass der Staat mittels Gesetzgebung die Rendite und den Umsatz von Zeitungen entweder in Form einer Presse-GEZ oder anderer Modelle sichern soll. Wie das detailiert aussieht, wird geheim verhandelt wobei das schizophrene daran ist, dass ein geleakter Entwurf der Verlegerlobby zeigt, dass sie es selbst nicht wissen.
Nachdem mir das 2009 bekannt wurde, verfasste ich auch sofort einen Appell an die Verlage und Nachrichtenagenturen, u.a. mit der Aussage:
Neben einer vorgegaukelten Netzsperreninfrastruktur nur für die Kinder kommen also wirtschaftliche Beweggründe nicht nur der Presse hinzu, die gegen das Grundgesetz arbeiten um ihre alte Struktur zu erhalten.Das muss in eurem eigenem Sinne aufhören und zwar schnell!
Es hörte nicht auf, in keinster Weise. Besonders der Donaukurier hetzte munter weiter gegen seinen Fressfeind: mit einer eigenen Kategorie www.donaukurier.de/google , er verteilte als Zeitungsbeilage DinA4 große AntiGoogle-Plakate und nötigte drängte den Ingolstädter Stadtrat gegen Google aktiv zu werden.
Das es wirtschaftlich, ohne Anpassung der alten Geschäftsmodelle, natürlich immer prekärer wird, ist in der Branche kein Geheimnis. Aber dieses Setting bildet sich nun so aus, dass die Auswirkungen dieses drohenden Gesetzes – auch durch die schwarz-gelbe Koalition bereits im Koalitionsvertrag vereinbart – für die Allgemeinheit nachteilig werden.
Sogar prominente Blogger werden mit auf den Propaganda-Zug gegen Google missbraucht eingesetzt, wobei ich mich ernsthaft frage ob z.b. ein DonAlphonso hier für seine “Leistung” Geld bekommen hat. Quasi eine Art “embedded journalism” an der Verlagsheimatfront.
Aber zum aus meiner Sicht Kern des Problems: Verlage bedienen sich an einem “öffentlichem Fundus”, an Geschichten die der Allgemeinheit “gehören”. Wenn hier ein Schutzrecht etabliert wird, droht die Monopolisierung der Sprache. Dieser Missbrauch ist zum Erhalt der Demokratie sofort zu stoppen. Auch im Sinne der Verlagsmitarbeiter, denn ein derartiger Affront gegenüber den eigenen Lesern wird das “Aussterben” der Verlage extrem beschleunigen. Man mahnt nicht seine eigenen potentiellen Leser und Meinungsmacher ab!
Ich als kleiner Hobbyblogger habe mehr Angst vor den Auswirkungen dieses Gesetzes als vor Streetview!
Während hier PROPAGANDA und eine Story in der Gesellschaft platziert wird – wie es seit ca. 250 Jahren per Zeitung gemacht wird – gibt es Dinge, die keine/wenig Beachtung finden:
- Wir lassen es zu, dass das Innenministerium NACKTSCANNER auf Flughäfen platziert, die Bilder speichern können und somit missbraucht werden
- Wir finanzieren ein Projekt mit dem Namen INDECT, das den Polizeistaat bedeutet
- Wir geben alle unsere Kontobewegungen einfach an die mittlerweile durchgedrehte Heimatschutzbehörde der Amerikaner per SWIFT Abkommen
- Wir haben Politiker, die immer noch Zensur wollen, die die Vorratsdatenspeicherung ungehemmt fordern (Verfassungsfeinde) und nicht gegen Korruption handeln
- Ausweitung der Videoüberwachung und Zusammenschaltung von Datenbanken
- usw. usf.
Und die Verlegerlobby “schützt” die Demokratie mit ihrem Leistungsschutzrecht und verängstigt die Bevölkerung zum Thema Panoramafreiheit… Zum kotzen!
Meine begrenzten Mittel sind dieser Blogpost und eine offizielle Bitte an alle Parteien, sich gegen allgemeinschädlichen Lobbyismus und besonders in diesem Fall auszusprechen. Außerdem hab ich noch eine Initiative in der Piratenpartei GEGEN das Leistungsschutzrecht gestartet.
Als Abschluss was zum nachdenken:
Bereits als die Antigoogle Aktionen am Laufen waren, fiel den selbstberufenen Datenschützern beim Donaukurier Ingolstadt nicht auf, das eine Webcam direkt auf die Donaustraße zeigte. Diese zeichnete Realtime auf wer wann mit wem einen Kaffee oder Bier trank. Da wär doch Google Streetview direkt ein verpixelter Mehrwert…