Der Machtwille verkleidet sich in den Schein der Wahrheit
Er macht Lüge zur Wahrheit
Diese Stellen machten mich beim durchzappen auf BRalpha aufmerksam auf einen gewissen Karl Jaspers. Dieser alte Herr zählte in den 1960ern in schwarz-weiss vor einem Bücherschrank und mit Lesepult einige Grundlagen auf, die auch 50 Jahre später eindringlich erklären, warum es ein ewiger Kampf zwischen Sicherheit / Freiheit , Offenheit / Verschlossenheit, Wahrheit / Unwahrheit sein wird.
Nachfolgend will ich sein Kapitel 9 “Die Öffentlichkeit” zitieren und mit meinen begrenzten Mitteln analysieren. Die eingerückten Textstellen sind Zitate zum verstehen und meine Anmerkungen wie sich dies aktuell wiederspiegelt.
“Der Machtwille nimmt die Gestalt der Freiheit meist nur an, wenn in seinem Hintergrund der Wille zur Gewalt lauert.”
Gewalt bedeutet in der Welt Karl Jaspers folgendes:
“Intellektuelle Überlegenheit – trotzige Herausforderung – Bedrohung und schlaue Irreführung”
Hier ein Antriebsgedanke für die Piraten weltweit:
“Machtwille an sich kann wahrhaftig sein, denn Wahrheit ist eine Macht in sich selbst.”
Genau hier sehe ich die Piratenpartei im Moment, sie will als Gemeinsamkeit Macht erreichen um Wahrheit in Sphären zu tragen, die diese seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat.
Karl Jaspers argumentiert als Psychiater und Philosoph folgendermaßen:
“Warum streben die Menschen überhaupt nach Wahrhaftigkeit, Offenheit und Erkennbaren?”
- Wahrheit ist Menschenwürde
- Wahrheit erreicht man nur gemeinsam. Das Verschweigen macht einen selbst unwahr. Die Öffentlichkeit wird selbst unwahr wenn sie das öffentlich wichtige verschweigt.
- Die öffentliche Unwahrheit ist ein Spiegel der persönlichen und gilt als nicht erstrebenswerte Zukunft
Mit diesen zusammengefassten Erkenntnissen kommt nun die Politik ins Spiel.
Wirtschaftlichen und politischen Interessen ausgeliefert zu sein, verdammt die Mehrheit der Menschen in ein apolitisches Dasein. Es ist die persönliche Flucht vor der Realität. Diejenigen die flüchten und die Entscheidungen über sich ergehen lassen, machen sich mitschuldig an den Vorgaben. Sie selbst verursachen, duch das negieren dieser Erkenntnis, das die Vorgänge zu immer stärkeren Auswüchsen des Gegeneinanders als des Miteinanders werden.
Politikverdrossenheit fördert also den Wahnwitz der derzeitigen Politik. Je verdrossener man wird, desto mehr Freiraum bietet man denen die Partikularinteressen und Lügen verbreiten wollen und müssen. Aktuelles Beispiel ist die gekaufte Politik der FDP die Interessen des Hotelgewerbes politisch umsetzen statt ihren freiheitlichen Grundsätzen zu folgen. Wir als Öffentlichkeit haben es zugelassen diese Partei politisch handlungsfähig zu machen. Ihre Parteimitglieder lassen es zu und wollen es nicht wahrhaben das sie selbst verraten werden.
Der einzige Weg für die persönliche, wirtschaftliche und kulturelle “positive Entwicklung” ist eine maximale Öffentlichkeit, die für die Wahrheit unabdingbar notwendig ist!
Maximale Öffentlichkeit tut den Interessen der etablierten Parteien weh und wird deshalb vermieden. Die Bestandsaufnahme aus den 1960er Jahren hat sich nicht weit verändert.
Für die Politik ist die List und Lüge ein selbstverständliches Mittel, aber der Vorteil der Unwahrheit ist nur ein zeitlich begrenzter Vorteil im augenblicklichen Daseinsinteresse auf Kosten der Zukunft.
Hier entstehen Parallelen zu der Finanzkrise, dem Staatshaushalt und geoplitischen Vorgängen. Man spielt auf einen Zeitfaktor der der Zukunft aller ungemein schaden wird.
Die Wahrheit kommt über die Lüge. Auf Lüge gebaute Staaten trifft das Verhältnis durch die in ihnen der Tradition der Lüge erwachsene Politik ungleich härter. Es ist eine Schuld des sich selbstbetrügens. Nur wenn wir sie erkennen können wir sie bekämpfen. Vorraussetzung ist die uneingeschränkte öffentliche Wahrheit und das wir uns nicht täuschen lassen!
Das Maß der Öffentlichkeit ist Kriterium der Freiheit
Mit den jetzt aufkommenden Mitteln der Informationsgewinnung und Vernetzung kommen wir zu der Macht die Lüge und Gewalt erkennen zu können. Der Kampf gegen diese folgt unausweichlich.
Idealzustand: Die politische Freiheit verlangt das öffentlich geschehe was das Schicksal aller bestimmt. Nicht blindes Vertrauen sondern bewusste Zustimmung. Mitwissend und mitdenkend am Handeln der Regierung teilnehmen. Ein freies Volk sind die Chancen des Aufstiegs der Politiker von unten her , aus kleinsten Gruppen und Nachbarschaften – nicht aus einer auswählenden Parteidemokratie.
Eine klare Aussage gegen die blinden Machtstrukturen der etablierten Volksparteien. Durch ihre Schaffung von Berufspolitikern und Emporkömmlingen schaden wir uns als Volk nachhaltig.
Ein freies Volk weiß, dass es die Verantwortung für ihre Regierenden hat und dafür haftet.
Und genau da müssen wir hin: Wir als Volk tragen die Verantwortung für die Regierung nicht die Regierung für uns!
Dieses Ideal ist ein Maßstab dem es sich zu nähern gilt
Vermutlich über die Wahl einer Piratenpartei als Newcomer oder der etablierten Partei die durchdringend sich dieser Freiheit nachhaltig verschreibt.
Nun macht Karl Jaspers einen Sprung weg vom Ideal hin zur damaligen und leider immer noch heutigen Realität:
Unsere reale Öffentlichkeit ist nicht der Spiegel unseres Volkes, sondern der Raum unserer politischen Selbsterziehung.
Die Erziehung Staat in Richtung Bürger hat überhand genommen. Die Rückerziehung Bürger -> Staat leidet unter Vertuschung oben genannter Wahrheit.
In der Öffentlichkeit zeigen sich die partikularen Interessen, sie stoßen mit allgemeinen Interessen zusammen. Ihr Anspruch “öffentliches Interesse” zu sein entscheidet sich im Blick auf ALLE Interessen. Kein Einzelinteresse darf sich dem “bonum comune” (öffentliches Interesse) gleichsetzen!
Es grüßt die praktizierte Lobbypolitik der Parteien. Sie haben schlicht keinen Anspruch zu entscheiden was öffentliches Interesse ist, das entscheidet der Bürger, nicht Selbstläuferparteien.
Nur ein öffentliches Interesse ist absolut, jenes das der Kampf um Wahrheit und Wahrhaftigkeit gleiche Chancen hat. Der Kampf um die Wichtigkeit der Interessen muss in einer freien Öffentlichkeit erfolgen.
Mit einer (Internet)zensur z.b. wird dieser Kampf ungleich gemacht.
Die Öffentlichkeit, die Stätte des Kampfes um die Wahrheit, nennen wir heute die Welt der Redner, Schriftsteller, Bücher, Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen. Diese Öffentlichkeit ist die dritte Macht , die Schnittstelle zwischen Regierung und Volk. Zwischen dem Handeln der Politiker und der öffentlichen Stummheit. Diese Macht hat Bedeutung im Maße ihrer Unabhängigkeit.
Da die Unabhängigkeit bewusst und unbewusst schwindet, kommt hier ein neuer Katalysator, die noch vierte und bald dritte Macht im Staate, das Internet. Durch die Unfähigkeit der oben genannten Medien sich allumfassend zu äußern , sondern gefüttert durch Presseagenturen und wiederum Partikularinteressen eine Form des Verschweigens und Unwahrheit proklamieren, verlieren diese ihren Anspruch auf Bildung einer öffentlichen Meinung. Siehe hier.
Regierungen unfreier Völker wehren sich gegen diese dritte Macht. Sie nutzen die Schriftsteller für ihre Zwecke, sie geben der Presse Informationen, öffentlich beschränkte , wie auch private zu dem Preis das die Informationsempfänger ihnen taktvoll zu Dienste stünden.
Leider zeigt dieser Youtube Beitrag die Realität unserer “noch” dritten Macht im Staate. Zitat: “Wir erfahren die Wahrheit, aber dürfen sie nicht schreiben oder senden” . Diesen Misstand gilt es zu beenden!
Sie rühmen den Geist, sie meinen den dienstbaren Geist. Sie rühmen die Presse und Pressefreiheit, meinen aber die dienstbare Presse. Doch sind sie sich dessen oft nicht bewusst , da sie selbst zu wenig Anteil haben am Geiste.
Eine philosophische Abreibung…
Als Ursprung der gemeinschaftlichen Wahrheit entspricht die Realität immer nur zu einem kleinen Teil. Gute Politik wird mit bewusster Grundsätzlichkeit in den realen Situationen die Annäherung an die Idee in der Regierung, in der Verwaltung und Demokratie fördern.
Aktuell fördert unsere Politik nicht, sondern sägt Leute ab die nicht passen, wie hier einen gewissen Herrn Brender vom ZDF.
Die Politiker in unfreien Staaten halten nicht Freiheit für erstrebenswert, sondern das Gegenteil. Der Blick auf die alten Freiheiten beflügelt die besseren politischen Kräfte
Wir blicken zurück auf Freiheiten , viele Freiheiten die vorher normal waren.
Ein freies Volk wird stets durch die Minderheit seines geistigen Adels bestimmt, in dem es sich selbst wiedererkennt und mit dem es sich seine Demokratie verwirklicht.
Stichwort Politikverdrossenheit gegenüber alten Parteien.
2 Realitäten die die Öffentlichkeit beschränken: Die Geheimhaltung und Zensur.
Die Behandlung der Geheimhaltung innerhalb eines Staates ist für dessen Wesen schlechthin entscheidend. Unter Bürgern die ihre gemeinsame Freiheit errichten, verbessern und bewahren darf es grundsätzlich keine Geheimhaltung geben. Wo geheim gehalten wird ist etwas nicht in Ordnung.
Die Geheimhaltung unseres Mautvertrags ist so ein Beispiel, wo etwas nicht in Ordnung ist. Die versuchte Geheimhaltung von Tatsachen wie den BKA-Sperrlisten, Tötungen im Kriege und Geheimdienstkontrolle entbehren jeder Rechtschaffenheit unserer derzeitig Regierenden.
Der Drang zur gemeinsamen Freiheit , zur Öffentlichkeit, erschwert dann eher die Geheimhaltung als das es umgekehrt wie heute der Drang zur Geheimhaltung, die Öffentlichkeit der Dinge erschwert und die Bürger zu Untertanen macht. In der Realität aber sind die Kräfte des Verschleierns, des Verbergens und der Lüge so groß, das die Freiheit eines Staatswesens verlangt sie unablässig zu bekämpfen und immer daran zu denken: Es wäre etwa eine Gesetzgebung zu wüsnchen in der jeder Beamte berechtigt und moralisch verpflichtet ist, gesetzwidrige und verfassungswidrige Vorgänge nicht auf dem Dienstwege weiterzugeben und verschwinden kommen zu lassen sondern diese Dinge öffentlich bekannt zu geben.
Wikileaks und ähnliche Einrichtungen werden von unserem Staat eher bekämpft statt gefördert. Eine Politik der Offenheit wird negiert und beschränkt.
Der Wille das Geheimhalten auf das Engste zu begrenzen folgt der Forderung der Freiheit und ist NIE Utopie. Denn die politische Gesinnung der offenen Wahrhaftigkeit ist schlechthin Bedingung der Freiheit.
Rette deine Freiheit
Man muss das Volk vor verderblichen Einflüßen schützen und ihm zu seinem Besten die reine Wahrheit vorenthalten. Solche Argumente setzen ein unmündiges Volk voraus. Der Wille der Freiheit ein mündiges Volk. Keineswegs sind wir alle mündig, ist niemand von uns vollendet mündig, wir sind alle auf dem Wege. Aber in allen Schichten , sein es Bauern, Arbeiter, General oder Generaldirektor, Chaffeur oder Professor mehr oder weniger politisch klug, das liegt nicht an der Schicht sonder am Einzelnen. Wir alle sind Menschen und nur auf dem Wege zur Mündigkeit. Darum sind es Menschen die die Zensur ausüben über das was Menschen öffentlich sagen dürfen, wer soll die Zensoren auswählen, die Unterscheidung der Geister die Einsicht in die Wahrheit besäße,n die einem Gotte gleicht? Durch Zensur wird nichts besser, beides die Zensur und die Freiheit wird missbraucht. Die Frage ist nur , welcher Missbrauch ist vorzuziehen. Die Zensur führt zu Verkehrungen und Unterdrückung der Wahrheit. Freiheit kann zu Verquerungen führen aber auch aufgehoben werden. Die größere Chance liegt darin, das in der Turbulenz der Meinungen durch diese selber im Menschen Kraft seiner eingeborenen Selbstkorrektur und kritischen Öffentlichkeit die Wahrheit sich zeigt. Jeder andere Weg ist der Untergang der Wahrheit.
Der Weg in die Zensur besiegelt die Chancen der Freiheit. Und der Untergang der Freiheit ist der Untergang der Wahrheit. Das kann man nicht zulassen.
Jeder der Einsicht erhalten hat, will sie nicht für sich behalten. Wer politisch handelt will anerkannt werden.
Das wollten die “alten” Parteien die Piratenpartei nicht, bis sie die größte der kleinen Parteien wurde
Aus Spass wurde Ernst!
Die Öffentlichkeit ist immer ein persönliches Wagnis. Wenn Menschen sich beklagen, das sie in die Öffentlichkeit gezogen werden, nicht ihre Leistung sondern Person zum Gegenstand werde. Für die Machthaber ist leichter ihre Kämpfe miteinander über die Köpfe der Völker auszufechten, zu deren Heil oder Unheil. Ihr Wagnis ist es, sich ihrem eigenen Volk zu stellen. Erst durch dieses Wagnis des persönlichen Einsatzes gewinnen Staatsmänner/frauen an Größe.
Man erkennt die wahre Größe unserer Volksvertreter an ihrem persönlichen Einsatz, wie ihn etwas Lobbycontrol beschreibt. Aufopfernd verkaufen die Politiker ihre Stimmgewalt an den meistbietenden. Das nicht einmal mehr verschlossen sondern so offensichtlich das es schon weh tut. An Größe gewinnt so nur die Gegenseite…